Schützenswerte Pflanzen und Tiere

Der Hainsimsen-Buchenwald war ursprünglich im Waldaist-Naarn-Gebiet eine weit verbreitete Waldgesellschaft der mittleren und oberen Hanglagen, die stark zugunsten von Nadelholzbeständen dezimiert wurde. Im Gegensatz zum Hainsimsen-Buchenwald treten beim Waldmeister- Buchenwald vermehrt Waldmeister - das ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Labkräuter - und Haselwurz in Erscheinung. Schlucht- und Hangmischwälder kommen auf Spezialstandorten vor, die eine hohe Luftfeuchtig­keit, dauernd gute Wasserversorgung und eine gewisse Instabilität des Bodens aufweisen. Der Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald kommt auf eher trockenen Standorten vor. Dieser Waldtyp wird vor allem von der Hainbuche dominiert. Bei den Borstgrasrasen im Waldaist-Naarn-Gebiet handelt es sich durchwegs um ein artenreiches, niederwüchsiges Magergrünland, das im Regelfall extensiv beweidet oder seltener auch einmal im Jahr gemäht wird. Zu den Flachland-Mähwiesen zählen Wiesen, welche aufgrund nur mäßig intensiver Bewirt­schaf­tung eine arten­reiche Vegetation aufweisen. Im unmittelbaren Überflutungsbereich von Fließgewässern und an Standorten mit regelmäßig schwankenden hoch anstehenden Grundwasserständen entwickeln sich Erlen- und Eschenauwälder. Sie bestehen aus schnellwüchsigen Gehölzen mit wenig widerstandsfähigem, leichtem Holz, den so genannten Weichhölzern, die mit ihren Wurzeln das ganze Jahr mit dem Grundwasser in Kontakt stehen.

 

Die Flussperlmuschel ist eine besonders schützenswerte Art im Waldaist-Naarn-Gebiet. Sie ist in Österreich mittelfristig akut vom Aussterben bedroht und ohne rasche Erholung der Bestände dürfte die Flussperlmuschel in Österreich in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich vollständig verschwinden. Der Fischotter ist ein an den Lebensraum Wasser gut angepasstes Tier. In Österreich ist der Fischotter seit den 1950er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach den Jagdgesetzen ganzjährig geschont und damit geschützt. Die Koppe, ein etwa 15 cm großer Fisch, gehört ebenfalls zu den schützenswerten Tieren des Schutzgebietes. Der Lebensraum des Bachneunauges, ein Tier, das einem Aal ähnelt, stellen klare Bäche und kleine Flüsse in der Forellen- und Äschenregion dar. Das Bachneunauge gilt als gefährdet und zählt zu den bedrohten Tierarten. Der helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist ein eher kleiner Tagfalter mit bis zu 35 mm Flügelspannweite, der gerne in feuchten Wiesen und Hochstauden­fluren lebt, meist in Gewässernähe. Auch der dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist ein eher kleiner Tagfalter mit ebenfalls bis zu 35 mm Flügelspannweite. Die spanische Fahne ist ein großer Nachtfalter mit bis zu 60 mm Flügelspannweite, die frische, kühl-schattige Waldrandlebensräume unterschiedlichster Zusammensetzung, von Laub- bis zu Nadelwäldern, bevorzugt. Der Kammmolch ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter Molch, der mit Gesamtlängen bis über 15 cm etwa so groß wie der Alpenkammmolch wird. Die Grüne Keiljungfer ist eine Libellenart und hat eine Körperlänge von 50 bis 55 mm. Sie lebt bevorzugt an naturnahen, zumindest teilweise besonnten Bächen, Flüssen sowie dynamischen Auengewässern mit sandigem Untergrund und einer gewissen Strömungsgeschwindigkeit. Mit einer Körperlänge von maximal 5 cm wirkt die oberseitig lehmgelb bis graubraun gefärbte Gelbbauchunke aufgrund der stark warzig ausgeprägten Haut krötenähnlich. Die ursprünglich von der Gelbbauchunke genutzten Lebensräume entlang von unregulierten Bächen und Flüssen, sowie im Bereich von Quellmooren, Sümpfen und Feuchtwiesen sind infolge von Eingriffen des Menschen (Bachbegradigungen, Trockenlegung von Feuchtge­bieten usw.) selten geworden. Die Bechsteinfledermaus hat eine Flügelspannweite von maximal 28 cm und ein Gewicht von rund 10 g. Das Fell ist relativ lang, auf der Oberseite fahlbraun, auf der Unterseite hellgrau. Das Große Mausohr gehört zu den größten heimischen Fledermausarten. Es hat eine Flügel­spannweite von maximal 43 cm und ein Gewicht von rund 30 g. Das Fell ist kurz und dicht. In Österreich befinden sich die Wochenstuben der Weibchen nahezu ausnahmslos in Dach­böden von Gebäuden. Als Winterquartier werden von den Tieren natürliche Höhlen, Stollen, aber auch Keller und Brücken genutzt.